Oktober 28 2016 0Comment

Wohnen statt einkehren

Das Restaurant Jagdschlösschen wird abgerissen / Hotelbetrieb geht weiter

ASCHEBERG . Vor rund zehn Jahren wurde der reguläre Schankbetrieb eingestellt, bis vor drei Jahren konnten im Restaurant Jagdschlösschen noch private Partys gefeiert werden: Anfang 2017 nun soll das traditionsreiche Gasthaus im Ortskern Aschebergs abgerissen werden – zugunsten einer Wohnbebauung.

Auf dem knapp 3 000 Quadratmeter großen Areal Himmelstraße 8 sollen in einem ersten Bauschnitt zwei Gebäude mit jeweils zehn Eigentumswohnungen samt Tiefgarage entstehen, in einem zweiten ein weiteres mit voraussichtlich neun Einheiten. Das sehen die Pläne der „Heckmann Bauland und Wohnraum GmbH & Co.KG“ vor. Das Hammer Unternehmen hat die Fläche, für die es eine Änderung des Bebauungsplans gegeben hatte, vom Ehepaar Lieselotte Ebrecht und Alfons Köster- Ebrecht erworben. Die Ex-Eigentümer betonen mit Blick auf mögliche Verwechslungen, dass sie ihr gleichnamiges Hotel zwei Häuser weiter in der Himmelstraße 2 weiterbetreiben werden. Laut Reinhold Gierse, geschäftsführender Gesellschafter, investiert Heckmann rund sechs Millionen Euro am Standort. Mit den beiden ersten Neubauten auf dem Areal des früheren Biergartens soll unmittelbar nach Abriss begonnen werden. Die Genehmigung zur Demontage des Restaurants liegt laut Gierse bereits vor, ebenso wie für die beiden Erst-Gebäude. Zum Bau der Tiefgarage habe man sich erst später entschieden; hier warte man noch auf das Okay der Gemeinde. Heckmann hat bereits zwei Wohnprojekte in Ascheberg verwirklicht: am Bügelkamp und an der Steinfurter Straße („Hofgarten“), wo mit dem Haus Klaverkamp ebenfalls eine Gaststätte gestanden hatte. Die Fertigstellung des ersten Bauabschnitts an der Himmelstraße ist für den Herbst 2018 geplant, die Vermarktung soll zum Jahreswechsel beginnen. Partner ist hier die Volksbank Ascheberg- Herbern eG. Nach den Erfahrungen aus früheren Projekten geht Gierse davon aus, dass etwa die Hälfte der Käufer ihre Wohnungen zur Miete anbieten werden. Die ersten beiden Gebäude werden zweigeschossig und erhalten jeweils ein Staffelgeschoss. Die Wohnungen sind zwischen 60 und 100 Quadratmeter groß und barrierefrei, zur Ausstattung zählen Fußbodenheizung, elektrische Rollläden und Parkett. Die Planungen für das dritte Gebäude sind noch nicht abgeschlossen. Über die Größe des Baukörpers und seine genaue Lage würden noch Gespräche mit der Gemeinde geführt, so Gierse. Die Hotel-Betreiber zeigten sich bei der Projektvorstellung am Dienstag froh, dass eine „verträgliche Nachnutzung“ für die frühere Restaurant-Fläche gefunden wurde. „Wohnbebauung mitten im Zentrum – etwas besseres gibt es doch nicht“, sagte Alfons Köster-Ebrecht. Er und seine Ehefrau, die Hotel- undRestaurant-Gebäude 2001 von ihrer Mutter übernommen hatte, haben mit dem unlängst vollzogenen Grundstücksverkauf einen Schlussstrich unter eine schwierige Zeit von Auseinandersetzungen gesetzt. So hatte ein Streit mit einem Nachbarn über den Lärmschutz zur Schließung des Biergartens geführt; bauliche Veränderungswünsche ließen sich nicht verwirklichen. Zuletzt seien auch neue Auflagen zum Brandschutz Thema gewesen, so Lieselotte Ebrecht. Im Innern des früheren Restaurants Jagdschlösschen haben erste Rückbauarbeiten begonnen.

Quelle: Westfälischer Anzeiger, Foto: Menke