August 15 2019 0Comment

Wohnen an der Schlossmühle

Im Luftbild ist klar umrissen, für welchen Bereich der Schlossmühle der Bebauungsplan gilt.

Bebauungsplan liegt öffentlich aus / Einwendungen möglich

Heessen – Der Beschluss für die Aufstellung des Bebauungsplanes „Schlossmühle“ wurde bereits im September 2008 gefasst. Jetzt, elf Jahre später, erfolgt mit der Offenlegung auch die Beteiligung der Öffentlichkeit als nächster Verfahrensschritt zur Schaffung des Baurechts. Einzusehen ist die aktuelle Planung noch bis zum 23. September. In dieser Zeit können Anregungen, Ideen und Einwendungen vorgebracht werden, die in den weiteren Planungsprozess einfließen werden.

Grundlage des Aufstellungsbeschlusses im Jahr 2008 war unter anderem eine Charrette (besonderes Planungsverfahren unter Einbeziehung aller Beteiligten), die die Eigentümerfamilie von Ketteler durchgeführt hatte.

Diese Planung sei inzwischen nicht mehr aktuell, sagt Stadtsprecher Tom Herzberg auf Anfrage unserer Zeitung. Denn inzwischen habe sich der Geltungsbereich geändert. Neu hinzugekommen sei der Bereich nördlich der Schlossstraße. Maximal 44 Wohnungen, Einliegerwohnungen und Häuser entstehen im nördlichen Teil des Baugebietes, bis zu 30 im südlichen. Bei einer Bürgerversammlung im November des vergangen Jahres wurde die aktuelle Planung vorgestellt. Danach soll die bestehende Bebauung optisch an der Dolberger Straße dominieren. Alle neuen Gebäude werden niedriger sein als diese, auch wenn sie über mehr Etagen gehen.

Die Entwicklung des gesamten Gebietes übernimmt die Firma „Heckmann – Bauland und Wohnraum“. Sie bebaut und vermarktet aber lediglich die Fläche zwischen der Dolberger Straße und der Schlossstraße. Das ist der nördliche Teil des Gebietes. Bebauung und Vermarktung des südlichen Teils zwischen der Schlossstraße und den Lippeauen liegt in den Händen von Falco Burnic mit seinen Firmen „Lippe Wohnbau“ für die Bautätigkeit und „Immopool“ als Maklerunternehmen.

Im Norden bietet Heckmann sechs Einfamilienhäuser mit der Möglichkeit, Einliegerwohnungen mitzubauen, ein Doppelhaus und vier Mehrfamilienhäuser mit bis zu acht Eigentumswohnungen (maximal 31) und einer Tiefgarage an.

Die Lippe Wohnbau plant im südlichen Bereich vier Einfamilienhäuser direkt am Wasser, ein Einfamilienhaus neben der historischen alten Schmiede, die ebenfalls unter Denkmalschutz steht. Einliegerwohnungen sind bei allen Einfamilienhäusern möglich, die Grundstücke sind zwischen 800 und 1.100 Quadratmeter groß. Ein Mehrfamilienhaus mit zehn Wohneinheiten soll gegenüber der alten Schmiede entstehen. Weiterhin sind die Sanierung der alten Schmiede mit sechs Wohnungen, der Neubau eines „neuen“ Müllerhauses neben der Schlossmühle mit drei Wohneinheiten sowie die Sanierung der Schlossmühle mit einer Wohnung und einem Büro vorgesehen.

Auch der Charakter der Schlossstraße als Allee mit Grünstreifen soll erhalten bleiben. In der Bürgerversammlung betonte Michael Freiherr von Boeselager als Vertreter der Eigentümerfamilie: Es gebe einen städtebaulichen Vertrag, der eine nutzungsunabhängige Sanierung der alten Mauern garantiere.

Mit Blick auf die sehr komplexe Vertragsstruktur mit zeitlichen Bindungsfristen, die dem Projekt zugrunde lägen, hätten Eigentümer und Vorhabensträger darum gebeten, das Planverfahren bis Ende 2019 abzuschließen, sagte Herberg auf Anfrage unserer Zeitung. Aufgrund des öffentlichen Interesses der Rettung der Schlossmühle trage die Verwaltung dem Wunsch Rechnung. Die Ergebnisse des Beteiligungsverfahrens würden der Bezirksvertretung Heessen und dem Rat zur Beschlussfassung (Satzungsbeschluss) vorgelegt. Um die Zeitziele einhalten zu können, sei auf den formalen Beschluss der öffentlichen Auslegung verzichtet worden, so Herberg. Der sei formal auch nicht erforderlich.

Quelle: Von Michael Girkens und Joachim Best – wa
© Foto: Blossey