Mai 17 2019 0Comment

List-Kolleg wird Justizschule

Firma Heckmann erwirbt Gelände und Gebäude und baut es um

Bockum-Hövel – Die Firma Heckmann Bauland und Wohnraum hat das Gelände und das Gebäude des ehemaligen Friedrich-List-Kollegs an der Berliner Straße erworben und baut es zu einer Justizschule für das Land um. Rund 4 Millionen Euro habe man investiert, sagt Geschäftsführer Reinhold Gierse. Im September soll dort schon der Unterricht beginnen. Die Verträge seien vor Ostern unterzeichnet worden, und dann seien die Arbeiten sofort begonnen worden, so Gierse.

Man habe einen Mietvertrag für 15 Jahre unterschrieben, mit der Option auf fünf weitere Jahre, sagt Gierse. Damit bleibt das Gebäude, das unter anderem der Bockum-Höveler Architekt Herbert Dunkel für denkmalwert hält, bis auf Weiteres erhalten. Dennoch müssen aufgrund des Brandschutzes Eingriffe in die Außenhülle vorgenommen werden, um die vorgeschriebenen Fluchtwege zu schaffen. Auf jeden Fall würden die Fenster des Künstlers Jakob Heinrich Evers wieder an ihrem ursprünglichen Ort im Foyer eingesetzt, sagt Gierse. Sie stellen die Handwerke Maurer, Gärtnerin, Schmied und Schreiner dar. Das Foyer wird künftig als Caféteria genutzt.

Im Erdgeschoss blieben die Klassenzimmer als Unterrichtsräume für die künftigen Justizschüler erhalten. Auch die alten Parkettböden werden nicht herausgerissen, sondern überarbeitet. Die alten Schwingtüren müssen aus Sicherheitsgründen allerdings modernen Feuerschutztüren weichen.

Komplett erneuert werden Haustechnik, Elektrik und Sanitäranlagen. Im Keller werden Übungszellen eingebaut. Hier sollen die Justizschüler den Umgang mit Häftlingen unter Realbedingungen erlernen. Zudem werden dort Duschen, die Belüftungsanlage und ein Serverraum untergebracht.

Bei den Arbeiten wurde auch die Ursache für die Feuchtigkeitsschäden gefunden. So habe es eine Wasserzuleitung gegeben, die offenbar einmal gekappt wurde, berichtet Geschäftsführer Klaus Wlotzka, der den Umbau leitet. Weil sie nicht richtig verschlossen wurde, sei von dort ständig Wasser ausgetreten. Außerdem sei die Wand hinter der Außentreppe am westlichen Gebäudeteil nicht richtig abgedichtet gewesen. Bei Regen sei Wasser zwischen Wand und Treppe eingedrungen und habe das Gebäude durchfeuchtet.

Im Obergeschoss entsteht die Verwaltung. Dort werden zwei Büros mit je drei Arbeitsplätzen in die Klassenräume eingebaut. Auch hier muss ein zusätzlicher Fluchtweg durch einen Maueraufbruch und den Anbau einer Treppe auf der Seite des Schulhofs geschaffen werden. Auf dem Außengelände vor der Ostseite des Gebäudes richte man 56 Fahrzeugstellplätze ein, so Wlotzka. Geplant sei, den Pavillon zum Hallohpark hin abzureißen. Der Pavillon auf der Westseite des Schulhofs soll stehen bleiben und als Mehrzweckraum genutzt werden. In einem weiteren Schritt plane das Ministerium den Bau eines Unterkunftsgebäudes mit 50 bis 60 Betten. Das gehöre allerdings nicht zum aktuellen Auftrag, so Wlotzka.

Galerie im Internet
www.wa.de

Quelle: Joachim Best – wa.de
© Foto: WIEMER