August 22 2020 0Comment

Im Westen wird es rund

Offen und modern: So stellen sich die Planer das Stadtteilzentrum (links) und das neue Gebäude am Roxy-Standort an der Wilhelmstraße vor. Grafik: SCHAMP/SCHMALÖR

Von Frank Osiewacz

Hamm-Westen – Die Stadt Hamm setzt ein weiteres Zeichen zur Aufwertung der Wilhelmstraße und des Hammer Westens. In direkter Nachbarschaft zum neuen Stadtteilzentrum entsteht auf der Fläche des ehemaligen Roxy-Kinos eine Tagespflege für Kinderbetreuung sowie Wohnraum in den oberen Geschossen. Fertiggestellt sein soll das Gebäude im Herbst 2022.

Der kombinierte Architekten-Investoren-Wettbewerb ist abgeschlossen. Den Zuschlag erhielt wie schon beim Stadtteilzentrum das Dortmunder Büro Schamp & Schmalöer. Errichten wird das Gebäude die Firma Heckmann. Heckmann soll dann auch Eigentümer werden. Bei der nächsten Gesellschafterversammlung der Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG) soll der Beschluss zum Verkauf des rund 1300 Quadratmeter großen Grundstücks erfolgen.

Das neue Gebäude greift die Rundung des gegenüberliegenden Stadtteilzentrums auf, sodass auf der Schnittstelle beider Komplexe eine kleine Platzsituation entsteht. Im Erdgeschoss der neuen Wilhelmstraße 19 befindet sich die Kindertagespflege mit zehn Plätzen. Sie soll laut Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann dazu dienen, „Spitzen“ in der Betreuung aufzufangen, unter anderem durch erweiterte Zeiten. Hinter dem Gebäude zur Hugo-Küching- Straße hin erhält sie einen eigenen Außenbereich. Die Trägerschaft wird ausgeschrieben.

In den darüberliegenden drei Geschossen entstehen 14 Wohnungen zwischen 55 und 75 Quadratmetern. Sie sind teilweise öffentlich gefördert. Tagespflege und Wohnraum werden durch unterschiedliche Eingänge erschlossen. Stellplätze befinden sich ebenfalls hinter dem Gebäude. Wie Heckmann-Geschäftsführer Reinhold Gierse mitteilte, soll der Bauantrag zum Jahresende eingereicht werden, Baubeginn wäre dann im Frühjahr 2021, Fertigstellung im Herbst 2022.

Hunsteger-Petermann erinnerte beim Ortstermin an die Historie des ehemaligen Kinos und Wohnhauses. Zuletzt sei es ein Schandfleck gewesen: heruntergekommen, mit Personen überbelegt und mit einem illegalen Reifenlager im alten Kino-Saal. Anfang 2019 kaufte die SEG das Gebäude, Ende des Jahres wurde es abgebrochen. Für Kauf und Abriss der Problem-Immobilie erhielt die Stadt eine 95-prozentige Förderung durch das Land. Die Kosten für den Neubau bezifferte Heckmann-Geschäftsführer Gierse auf rund 3 Millionen Euro. Zusammen mit dem Stadtteilzentrum fließen rund 10 Millionen Euro in den Standort. Der OB betonte, diese Entwicklung sei ohne Mittel der SEG nicht machbar. In dem Zusammenhang benutzte er den von der ehemaligen Stadtbaurätin Rita Schulze Böing geprägten Begriff der „Stadtrendite“, die durch das Eingreifen der SEG erzielt wurde.

Schulze Böing-Nachfolger Andreas Mentz sagte: „Es hat im Westen viele Einzelinvestitionen durch die Stadt gegeben. Dadurch entstehen Abfärbeeffekte bei privaten Eigentümern. Das Vertrauen in den Standort steigt.“

© Quelle: Frank Osiewacz – wa
© Grafik: SCHAMP/SCHMALÖR