September 11 2017 0Comment

Heckmann und Eichhorst+Schade sollen an der Heessener Straße neu bauen

Von Jörn Funke

HAMM • Bislang begrüßt ein vergammeltes Hochhaus alle, die von Norden her in die Innenstadt fahren. Künftig sollen an der Kreuzung von Heessener und Münsterstraße freundliche Klinkerfassaden zu sehen sein. Eine Jury kürte jetzt Pläne der Baufirma Heckmann und des Architekturbüros Eichhorst+Schade zum Sieger des Investorenwettbewerbs für die Neubebauung des Hochhausgrundstückes.

An der Heessener Straße soll demnach ein vierstöckiges Gebäude mit 16 Ein- und elf Zweipersonenwohnungen entstehen. Zur Straße hin ist ein offener Laubengang geplant, die Wohnungen sind des Lärmschutzes wegen nach hinten ausgerichtet. Ein dreistöckiges Wohngebäude soll an der Münsterstraße entstehen. Hier war die Jury allerdings mit einem kleinen Vorplatz und fehlender Verklinkerung unzufrieden; die Architekten müssten hier noch einmal nachbessern, sagte ein Stadtsprecher. An dem offenen Wettbewerb hatten sich drei Investoren mit jeweils einem Architekturbüro beteiligt. Alle kommen aus Hamm: Heckmann Bauland und Wohnraum mit Eichhorst+Schade, Ursula Draheim mit Berghaus Architekten und Martin Plück mit Peter Strato und Christina Böttcher. Drei Teilnehmer klingt wenig, bei derStadt werte man das allerdings schon als Erfolg. Bei der exponierten Lage des Objektes sei man mit drei Teilnehmen zufrieden, sagte der Stadtsprecher. Die Bieterfrist für den Wettbewerb war zwischenzeitlich um drei Wochen verlängert worden; der Mutmaßung, man wolle so noch mehr Bieter ins Boot holen, hatte die Stadt damals nicht widersprochen. Der aus dem Wettbewerb als Sieger hervorgegangene Investor Heckmann hatte in der Vergangenheit immer wieder größere Bauprojekt in Hamm realisiert; insbesondere das Museumsquartier war anfangs skeptisch betrachtet worden, ist aber mittlerweile vollständig vermarktet. Mit dem aktuellen Entwurf betraute Heckmann das 1990 gegründete Büro des Architekten Heinz-Reiner Eichhorst, in das 2012 Matthias Schade einstieg, der auch als CDU-Ratsherr bekannt ist. Beides, sagte Schade gestern, könne er sauber trennen. Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann und Stadtbaurätin Rita Schulze Böing hielten Schades Rolle für nicht zu beanstanden; Ratsherren dürften nicht bevorzugt, aber auch nicht benachteiligt werden. Tatsächlich wurden die Entwürfe anonym eingereicht und bewertet; dem Entscheidungsgremium gehörten vier auswärtige Architekten und drei Vertreter von Stadt und Rat an. Umgesetzt sind die Pläne damit aber noch nicht: Wenn die geforderten Nachbesserungen erfolgt sind, soll ein Kaufvertrag zwischen der Stadtentwicklungsgesellschaft und dem Investor abgeschlossen werden. Der zu realisierende Entwurf soll laut Stadt noch in einer Bürgerversammlung vorgestellt werden. Die drei Wettbewerbsbeiträge werden vom morgigen Mittwoch an im Foyer des Technischen Rathauses gezeigt. Derweil sollen die Abbrucharbeiten an dem bestehenden Hochhaus in dieser Woche beginnen. Das achtgeschossige Gebäude war von 1969 bis 1973 nach Plänen des Architekten Heinz Blombecker errichtet worden. Die Stadtentwicklungsgesellschaft kaufte das heruntergekommene Haus 2015 für rund 1,8 Millionen Euro. So hätte die Kreuzung nach den Plänen von Jens Berghaus ausgesehen.

Foto: Vorschlag der Heckmann Bauland und Wohnraum GmbH & Co. KG
Quelle: Westfälischer Anzeiger