August 19 2020 0Comment

Bezugsfertige Apartments

Fast bezugsfertig: Das Unterkunftsgebäude für die Justizvollzugsschule wird aus vorgefertigten Containern zusammengesetzt. Nur die Möbel fehlen noch. Foto: BEST

Firma Heckmann baut Unterkünfte für die Justizvollzugsschule

Von Joachim Best

Bockum-Hövel – Ein neues Gebäude mit 80 Unterkünften für die Schüler der Justizvollzugsschule entstehet aktuell an der Berliner Straße. Sogar ein Mutter-Kind-Apartment ist dabei. Bauherr ist die Firma Heckmann, die auch schon das ehemalige Gebäude des Friedrich-List-Kollegs erworben und für die Zwecke der Justiz umgebaut hatte. Das neue Unterkunftsgebäude wird an der Stelle der ehemaligen Pavillons gebaut und zum großen Teil aus vorgefertigten Modulen zusammengesetzt.

Diese sogenannten Raumzellen haben eine Größe von rund 20 Quadratmetern. Wenn sie angefertigt werden, sind sie bereits voll ausgestattet und so gut wie bezugsfertig. Alle Ver- und Entsorgungsleitungen sind gelegt. Sie verfügen über eine eigene Nasszelle, Heizkörper, Fenster und Fußboden. Allerdings müssen sie noch miteinander verbunden und möbliert werden. Massiv aus Beton hat Heckmann das Treppenhausgebäude errichtet. „Das sei der erste Rettungsweg und daher aus Brandschutzgründen erforderlich“, sagt Heckmann-Geschäftsführer Reinhold Gierse. Ebenfalls im massiven Teil seien unter anderem Gemeinschaftsräume, die Heizungszentrale und der Hausanschlussraum untergebracht.

Gefertigt werden die Raumzellen bei der Firma Derix in der Nähe von Mönchengladbach. Sie entstehen nicht in Holzständerbauweise, bei der der Zwischenraum zwischen den Balken mit einem Dämmstoff gefüllt wird, sondern die Wände werden aus mehrschichtig verleimtem Brettsperrholz erstellt. Das Unternehmen hat sich auf den Bau mit dem Werkstoff Holz spezialisiert und fertigt auch Dachträger, Wand oder Deckenelemente bis hin zu ganzen Häusern.

„Wir haben diese Bauweise gewählt, um die kurze Bauzeit einhalten zu können, denn wir müssen bis Oktober fertig sein“, berichtet Gierse. Baubeginn mit den Betonarbeiten wie Gießen der Bodenplatte und dem Kanalbau sei im März gewesen. Die sehr kurze Bauzeit von einem halben Jahr sei eine Herausforderung gewesen. Schon jetzt könne man das spätere Aussehen des Gebäudes am ersten Teil mit 24 Raumzellen sehen. Dort sei schon die Außenverkleidung angebracht. Die ersten Einheiten seien vor rund fünf Wochen geliefert worden. Energetisch werde das Gebäude sehr hochwertig nach dem KfW-55-Standard gebaut.

Die Firma Heckmann investiert rund 6,5 Millionen Euro, berichtet Gierse. Das Gebäude werde nach der Fertigstellung für eine Laufzeit von 15 Jahren an das Land vermietet, mit der Option auf Verlängerung. Auch wenn Heckmann das ehemalige Friedrich-List-Kolleg für die Zwecke der Justiz-Vollzugsschule umgebaut hatte, musste das Bockum-Höveler Unternehmen für den neuen Auftrag noch einmal an einer europaweiten Ausschreibung teilnehmen und sich das Projekt sichern.

Das komplette Mobiliar wird übrigens in der Justizvollzugsanstalt Werl hergestellt. Hier gibt es eine eigene Schreinerei, in der die Gefangenen mit dieser Aufgabe beschäftigt sind.

© Quelle: Joachim Best – wa
© Foto: BEST