Dezember 19 2017 0Comment

Abrissbagger in Startlöchern

Rat stimmt Bebauungsplan zu / Evangelisches Pfarrhaus ist bis Februar Geschichte
Von Jörg Beuning

RHYNERN . Anfang 2018 werden die Abrissbagger in Rhynerns Ortskern anrollen. Dann geht es dem alten Wohnhaus des evangelischen Pfarrers an den Kragen. Es wird drei Mehrfamilienhäusern weichen, die an dieser exponierten Stelle in der Dorfmitte entstehen.

Der Rat der Stadt Hamm hat in seiner Sitzung am vergangenen Dienstag die Änderung des Bebauungsplanes für dieses Grundstück endgültig beschlossen. Damit endet eine fast vierjährige Diskussion um die Nachnutzung.
Die Heckmann Bauland und Wohnraum GmbH & Co. KG kann damit als Investor die notwendigen Schritte zur Umsetzung des Vorhabens in die Wege leiten. Das heißt, es werden zunächst die notwendigen Bauanträge vorbereitet und eingereicht. „Noch vor Februar wollen wir mit den Abrissarbeiten beginnen“, informiert Klaus Wlotzka, einer der Gesch.ftsführer. Nach dem Abbruch folgt die etwa drei- bis viermonatige Vermarktung der Wohnungen, „so dass wir einen Baustart im Mai/Juni anvisieren“, so Wlotzka.

Die Bauzeit der drei Baukörper und des Außengeländes dürfte etwa anderthalb Jahre betragen, so dass im Herbst/ Winter 2019 die Wohnungen bezugsfertig sind. Geplant sind sechs Wohnungen (60 und 90 Quadratmeter) pro Gebäude, pro Etage zwei. Im Dachgeschoss könnte optional – je nach Nachfrage – auch eine große statt zwei Wohnungen entstehen. Das weit über dem Straßenniveau liegende, große Grundstück im Kreuzungsbereich Reginenstraße/An der Windmühle wird sich in Zukunft nicht mehr hinter einer großen Hecke und dem gelben Haus verstecken. Das Areal wird sich dann zum Ortskern öffnen, auch das Kaiser-Wilhelm-Denkmal soll laut Architekt Anselm Vedder besser zur Wirkung kommen. Grünen-Bezirksvertreter Ulrich Kroker hatte in der jüngsten Sitzung der Lokalpolitiker bezweifelt, dass sich das Grundstück dem Ort öffnen werde. Man könne zwar reinschauen, aber genutzt werde das Grundstück sicherlich nur von den Bewohnern. Zwei der drei Baukörper werden nahe der östlichen Grundstücksgrenze gebaut, also in Nachbarschaft zur Bäckerei Erdmann. Das andere Gebäude wird bis auf 2,75 Meter an die Straße „An der Windmühle“ heranrücken. Auf dem Grundstück selbst entstehen 18 Stellplätze für Pkw. Darüber hinaus entstehen drei öffentliche Stellplätze an der Straße „An der Windmühle“. Das Parken am Straßenrand, wie es aktuell gang und gäbe ist, wird dann nicht mehr möglich sein. Dem Ratsbeschluss von Dienstag ist eine jahrelange Debatte über die Nachnutzung des Grundstücks mitten in Rhynern vorausgegangen. Der Sieger-Entwurf eines städtebaulichen Wettbewerbs musste auf Wunsch der Stadt und der Lokalpolitik abgeändert werden. Über das Ergebnis, das nun umgesetzt wird, gibt es auch viele kritische Stimmen, da der Entwurf der Bedeutung des Grundstücks für Rhynern nicht gerecht werde.

Foto: Olschenka
Quelle: Westfälischer Anzeiger