März 28 2019 0Comment

Aus List- soll Selbert-Schule werden

Justizvollzugsschule NRW zieht in die ehemalige Berufskolleg-Außenstelle

Bockum-Hövel – In der früheren Außenstelle des Friedrich-List-Berufskollegs an der Berliner Straße soll ab dem 15. September wieder unter richtet werden. In das Schulgebäude wird die Justizvollzugschule Nordrhein-Westfalen einziehen. Bis zu 100 junge Menschen sollen künftig  dort unterrichtet werden. Die Schüler sind angehende Justizvollzugsbeamte und werden für diesen Teil ihrer Ausbildung auch in Bockum-Hövel wohnen. Die Justizvollzugsschule (JVS) Nordrhein-Westfalen wurde 1952 gegründet und hat ihren Hauptstandort seit 2015 und Wuppertal-Ronsdorf. Sie ist in die jeweils zweijährige theoretische Ausbildung des allgemein Vollzugsdienstes, des Werkdienstes, des mittleren Verwaltungsdienstes im Justizvollzug und des Abschiebungshaftvollzuges des Landes Nordrhein-Westfalen. Da die Kapazitäten in Wuppertal nicht ausreichen, soll bereits mit Ausbildungsbeginn am 15. September in Hamm der zweite Schulstandort in NRW gegründet werden.

„Die kurzfristige Gelegenheit, zweiter NRW-Standort der Justizvollzugsschule zu werden, ist für unsere Stadt – und speziell für Bockum-Hövel – eine große Chance: Bis zu 100 junge Menschen werden hier währen ihrer Ausbildung lernen und leben“, betont Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann in einer ersten Stellungnahme.

Die angehenden Justizvollzugsbeamten sollen künftig in Bockum-Hövel im „Internats-Prinzip“ (Unterricht, Wohnen und Verpflegung)

Ausgebildet werden. Der Rat hat gestern Abend den Verkauf des rund 7500 Quadratmeter großen Grundstücks an die Firma Heckmann beschlossen und damit die Voraussetzung für die Ansiedlung der Justizvollzugsschule Nordrhein-Westfalen on Hamm geschaffen.

Das Hammer Unternehmen wird in den kommenden Monaten die notwendigen Umbaumaßnahmen vornehmen und das Gelände für mindestens zehn Jahre an das Land Nordrhein-Westfalen vermieten. Wie die Schüler untergebracht werden, steht noch nicht fest. Das Unternehmen Heckmann wird die Schule in Absprache mit dem Land NRW so herrichten, dass der Unterricht zum 15. September beginnen kann.

Der Schulbetrieb startet in Bockum-Hövel mit dem neun Ausbildungsjahr im September 2019. Im Rahmen ihrer Ausbildung haben die angehenden Justizvollzugsbeamten praktische Ausbildung in einer Justizvollzugsanstalt und theoretische Ausbildung wird in Lehrgängen an der Justizvollzugsschule des Landes Nordrhein-Westfalen (JVS) durchgeführt – bislang ausschließlich in Wuppertal, ab September dann auch in Bockum-Hövel. Dieser Teil der Ausbildung dient der Vorbereitung, Ergänzung und Vertiefung der praktischen Ausbildung.

Falls das Land NRW einen Namen für die Schule suche, so solle sie Elisabeth-Selbert-Schule heißen. Das jedenfalls wünsche sich die Hammer Kommunalpolitiker. Diesen Wunsch soll die Verwaltung an das Justizministerium übermitteln. So hatte es der Hauptausschuss beschlossen.

Sollte der zweite NRW-Standort der Justizvollzugsanstalt irgendwann nicht mehr benötigt werden, würde Heckmann das Schulgebäude abreißen und neue Wohnungen an dieser Stelle errichten.

Quelle: ANDREAS WARTALABest • wa.de
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